März 2017: Improabend des Jugendtheaters

Das Jugendtheater Rastatt lädt am Samstag, den 18. März 2017 um 19 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) zum Improabend ein.
Das Organisationsteam hat ein buntes Programm für jedermann zusammengestellt und freut sich auf einen spaßigen Abend im Kellertheater Rastatt.

Im Gegensatz zum klassischen, inszenierten Theater, geht es beim Improtheater darum, ganz spontan eine Geschichte zu erzählen und zu spielen. Es gilt das Motto: Nichts ist unmöglich, solange man die Vorstellungskraft dazu hat. Dabei entstehen meist sehr humorvolle, noch nie da gewesene Szenen, die nicht nur den Spielenden, sondern auch den Zuschauern viel Spaß bringen. Gerade wenn verschiedene Erfahrungswelten aufeinandertreffen, entstehen Szenen, die allen Freude bereiten. Deswegen lädt das Jugendtheater alle Menschen ein, die Lust auf Theater haben. Egal, ob als Mitspieler oder Zuschauer, mit Theatererfahrungen oder ohne, jung oder alt.

Mai 2017: Heldenplatz

Premiere: Donnerstag, 04.05.2017, 20:00 Uhr Reithalle Rastatt

Weitere Aufführungen:

05., 06. und 07.05.2017 sowie 11., 12., 13. und 14.05.2017

20:00 Uhr

Reithalle Rastatt

Inhalt:

Der jüdische Professor für Mathematik an der Universität Wien, JOSEF SCHUSTER, hat sich im März 1988 aus dem Fenster seiner Wiener Wohnung gestürzt. Die Wohnung liegt direkt am Heldenplatz, auf dem 1938 die Volksmassen Hitlers Einzug in Österreich mit Sieg-Heil-Geschrei bejubelten. 

In der 1. Szene sprechen die Haushälterin des Professors, FRAU ZITTEL, und HERTA, ein Dienstmädchen, über  den Selbstmord des Professors. Der Professor hatte zu Frau Zittel eine freundschaftliche Beziehung. Von den Nazis wurde Josef Schuster zur Emigration gezwungen, er ging nach Oxford. Nach Kriegsende kehrte er, ebenso wie sein Bruder Robert, auf Bitten des Wiener Bürgermeisters zurück, plante aber, nach Oxford wieder zurückzukehren.  Dazu kommt es nicht, weil er sich vorher das Leben nimmt. Die nach Oxford adressierten Kisten und Koffer kommen nach Neuhaus, ebenso wie die Ehefrau des Toten. In Neuhaus (20 km südwestlich von Wien) lebt der Bruder Robert Schuster.
Nach der Beerdigung (2. Szene)treffen ANNA und OLGA, die Töchter von Josef Schuster, auf ihren Onkel, den Bruder Robert. Im Gespräch wird deutlich, dass Robert im Gegensatz zu seinem Bruder es längst aufgegeben hat, gegen die Welt aufzubegehren. Alles sei noch schlimmer als 1938, aber er wehrt sich gegen nichts mehr, auch dann nicht, wenn in Neuhaus mitten durch den Garten des Hauses eine Straße gebaut werden soll. Anna, die streitbare Tochter von Josef, sieht sich auf verlorenem Posten.

 Die 3. Szene spielt im Speisezimmer mit Blick auf den Heldenplatz. Frau Zittel und Herta decken den Tisch. Weitere Personen, die EHEPAARE LIEBIG UND LANDAUER treffen ein, die Missstände in Wien werden angeprangert. Nun tritt auch HEDWIG, die Frau des Toten, auf. Sie beginnt wieder das Geschrei der Massen zu hören, das 50 Jahre vorher am Heldenplatz zu hören war.

Das Stück wurde zum 50. Jahrestag von Österreichs Anschluss an Hitler-Deutschland (1988) geschrieben, ein Auftrag an Thomas Bernhard, den dieser von Klaus Peymann, dem damaligen Direktor des Burgtheaters, erhalten hatte. Das Stück löste bei der Uraufführung einen der größten Theaterskandale in der Geschichte Österreichs aus.  

Regie: Harald Hemprich